Viele Menschen sprechen über gesellschaftlichen Zusammenhalt. Im Ehrenamt wird er jeden Tag gelebt.

Ob Feuerwehr, DLRG, THW, Rettungsdienste, Sportvereine oder soziale Initiativen – unzählige Menschen investieren ihre Freizeit, um Verantwortung für andere zu übernehmen. Ohne dieses Engagement würden viele Aufgaben in unseren Städten und Dörfern schlicht nicht funktionieren.

Ich selbst engagiere mich seit vielen Jahren in der Wasserrettung und im Katastrophenschutz. Dabei habe ich erlebt, was Ehrenamt leisten kann, aber auch wo die Belastungsgrenzen liegen. Die Anforderungen werden größer, bürokratische Vorgaben nehmen zu und vielerorts wird es schwieriger, Menschen langfristig für ein Ehrenamt zu gewinnen.

Gleichzeitig stehen wir vor neuen Herausforderungen. Extremwetterlagen, Hochwasser, längere Stromausfälle oder andere Krisensituationen zeigen, wie wichtig leistungsfähige Hilfsorganisationen und eine gute Vorsorge sind. Resilienz entsteht nicht erst im Ernstfall. Sie entsteht durch Ausbildung, Ausstattung, Zusammenarbeit und Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.

Deshalb reicht es aus meiner Sicht nicht, Ehrenamtliche nur zu loben. Wer Ehrenamt stärken will, muss gute Rahmenbedingungen schaffen. Dazu gehören moderne Ausrüstung, verlässliche Finanzierung, geeignete Ausbildungsangebote und eine Politik, die die Erfahrungen aus der Praxis ernst nimmt.

Ich möchte dazu beitragen, dass Ehrenamtliche, Hilfsorganisationen und Kommunen stärker miteinander vernetzt werden. Viele gute Ideen entstehen bereits vor Ort. Oft fehlt es nicht am Engagement, sondern an Unterstützung, Austausch oder politischer Aufmerksamkeit.

Eine starke Region braucht Menschen, die anpacken. Genauso braucht sie Strukturen, die dieses Engagement ermöglichen und fördern. Dafür möchte ich mich einsetzen – aus Überzeugung und aus eigener Erfahrung.